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22.04.2015

Filmabend "Nuclear Lies"

Einen aufrüttelnden Filmabend samt anschließender Diskussion erlebten 80 Energiebewegte und Kernkraftkritiker am 21. April im Mistelbacher Krone Kino. Der Dokumentarfilm „Nuclear Lies“ zeigt erschütternde Missstände, Machenschaften und Umweltfolgen der indischen Atomindustrie. Veranstalter des energiegeladenen Abends waren die Windkraft Simonsfeld, der Filmclub Mistelbach und der Energiestammtisch Waldviertel.

An der Kernbotschaft des Filmes ließ Regisseur Praved Kriscnapilla keine Zweifel: Nur 2 bis 3 Prozent der Stromversorgung in Indien werden mit Atomkraft gedeckt. Der Anteil von Wind- und Sonnenstrom ist mit 13 Prozent bereits vier- bis fünfmal so groß. „Anstatt diese umweltfreundlichen Energieformen stärker zu nutzen, setzt Indien massiv auf Kernenergie und plant mit 9.900 MW das größte Atomkraftwerk der Welt. Sicherheitsfragen, explodierende Kosten und zunehmende Strahlenerkrankungen in den Regionen um die lecken Atomanlagen werden systematisch unter den Tisch gekehrt“, kritisierte Regisseur Krischnapilla, der ein wesentliches Motiv für das indische Atomprogramm in der Produktion von waffenfähigem Material sieht.


v.l.n.r. Martin Steininger, Praved Kriscnapilla, Renate Brander-Weiß, Peter Allen

Anstehende energiepolitische Entscheidungen sah in der Diskussion zum Film auch Martin Steininger, Vorstand der Windkraft Simonsfeld, auf Europa zukommen: „Die britische Regierung will die Stromproduktion in neuen Kernreaktoren mit Einspeisetarifen fördern, von denen Wind- und Sonnenkraftwerksbetreiber nur träumen können. Es ist wichtig, dass die österreichische Bundesregierung und österreichische Unternehmen gegen diese unverantwortliche und wettbewerbsverzerrende Politik der Europäischen Kommission klagen werden“.

Einsprüche gegen die Pläne für den Ausbau des ungarischen Atomkraftwerks Pacs und die geplanten grenznahen Atommüll-Zwischenlager in Tschechien und  in der Slowakei kündigte auch der Anti-Atom-Koordinator des Landes Niederösterreich, Peter Allen, an: „Die Bevölkerung ist aufgerufen, ihre Vorbehalte und Einsprüche schriftlich zu erheben. Das Land Niederösterreich wird diese dann in den internationalen Bewilligungsverfahren gesammelt vertreten“. An seiner Sympathie für grüne Alternativenergien ließ Allen keinen Zweifel: „Wer sich ein bisschen mit den Gefahren für Leib und Leben, die von Atomkraftwerken ausgehen, mit den Folgen des Klimawandels und dem Kohle- und Uranabbau auseinandergesetzt hat, kann sich über manche Argumente gegen erneuerbare Energiequellen nur mehr wundern…“  

Bei Interesse an einer eigenen Vorführung, für weitere Informationen und eine Liste der bereits fixierten Vorführtermine bitte wenden an:
Waldviertler Energie-Stammtisch

Anlässlich des 4. Jahrestages von Fukushima hat die NÖ Energie- und Umweltagentur ein Factsheet zusammengestellt. Darin sind auf 15 Seiten aktuelle Infos zum Thema Nuklearenergie (globale Entwicklung, Atomkraft rund um Österreich, zentrale Kritikpunkte wie mangelnde Reaktorsicherheit, ungeklärte Endlagerfrage, …) aufbereitet.
http://www.enu.at/images/doku/fakten_atomenergie.pdf

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